Selfies können Dein Gesicht ruinieren

Selfies können Dein Gesicht ruinieren

Selfies verändern nicht nur Dein Gesicht sondern auch Deine Sichtweise.

Warum ein Selfie eines Smartphones Dein Aussehen zu Deinem Nachteil verändert und was Du dagegen tun kannst, erfährst Du in dem Artikel.

In den USA verzeichnet man seit geraumer Zeit einen signifikanten Anstieg an Anmeldungen für Schönheits-OP’s bei Jugendlichen, die ihr Selfie als Beweis für eine „große Nase“ und eine „hohe Stirn“ zur Vorbesprechung mitnehmen.

Sie wollen ihr Aussehen so verändern, dass sie auf Selfies gut aussehen!

Das Problem? Das Gesicht der jungen Menschen ist in Ordnung. Das Bild, das sie am Smartphone sehen ist nicht real. Es ist verzerrt.

Warum ist das so? 

Smartphones sind (konstruktionsbedingt) mit Weitwinkelobjektiven ausgestattet und diese haben die Eigenschaft, das Bild noch mehr zu verzerren als es andere Objektive tun. Elemente die sehr nahe am Objektiv sind, werden generell größer dargestellt als sie tatsächlich sind.

Der Grund dafür ist recht einfach. Es ist hauptsächlich die Perspektive und wie wir Dinge sehen, abhängig vom Abstand zu ihnen. Wenn Du z.B. direkt vor einem Gebäude stehst, erscheint es Dir größer als alle anderen daneben oder dahinter, obwohl diese gleich hoch sind. Wenn Du einige hundert Meter entfernt bis siehst Du, dass alle gleich gross sind.

Das gleiche passiert auch mit deinem Gesicht. Wenn Du zu nahe an der Kamera bist, ist die Nase näher an der Kamera als der Rest vom Gesicht. Sie wird daher größer erscheinen als der Rest des Kopfes. 

In der Animation der Brüder Koldunov siehst Du als Beispiel Aufnahmen mit einem typischen Weitwinkelobjektiv (24mm Brennweite) eines Smartphones aus verschiedenen Entfernungen zum Gesicht. So ein Objektiv verstärkt diesen Eindruck noch mehr, da durch die meist „tonnenförmige“ Verzerrung der restliche Kopf zusätzlich nach hinten gebogen wird. 

Wenn Du Dich etwas von der Kamera entfernst und so der relative Abstand zwischen der Nase und dem restlichen Gesicht verringert wird, stimmen die Proportionen der Nase wieder und das Gesicht wird auch weniger verzerrt.

Anhand eines mathematischen Modells haben Forscher errechnet, dass die Nase um ca. 30% größer als der Rest des Gesichts erscheint, wenn die Kamera im üblichen Selfie-Abstand (30cm) entfernt ist.

Die Lösung wäre im Prinzip also ganz einfach. Du müsstest also lediglich das Foto oder Video aus einer größeren Entfernung aufnehmen. Der Abstand der notwendig wäre ist aber größer als Dein Arm lang ist. Erst ab ca. 1 Meter beginnt das Gesicht wieder halbwegs normal zu wirken.

Wie kann man eine „Selfie Verzerrung“ für immer vermeiden?

Wenn Du auf Deinen Bildern oder Videos besser aussehen willst achte darauf, dass zwischen Dir und der Kamera ein gewisser Abstand besteht.

Wenn ich bisher von “Selfies” gesprochen habe, waren jene gemeint, wo Du mit ausgestrecktem Arm das Smartphone auf Dich richtest.

Hier möchte ich aber nun die „Spiegel-Selfies“ als möglichen Ausweg aus dem Dilemma erwähnen. Die sind etwas anders, weil hier die Kamera auf einen Spiegel gerichtet wird. Diese Bilder haben den Vorteil, dass sie weniger verzerrt sind (doppelter Abstand zur Kamera). Nachteil: Du hast nicht immer einen passenden Spiegel zu Hand.

Weitere Möglichkeiten zur Lösung des Problems der Verzerrung:

  • einen sog. „Selfie-Stick“. Das ist im Prinzip ein Einbein-Stativ mit dem Du Deinen Arm quasi verlängern kannst und so die notwendige Distanz schaffst.
  • Befestige Dein Smartphone auf einem Stativ, stelle den Selbstauslöser auf 10 Sekunden, gehe zwei Schritte zurück. Stelle Dich entspannt hin und Du bekommst ein ausgezeichnetes verzerrungsfreies Bild.

Die Kehrseite der Medaille

Weitwinkelobjektive haben noch einen anderen (gewünschten) Effekt: sie erfassen einen sehr grossen Bildausschnitt. Wenn Du die Fotos von Dir mit einem größeren Abstand zur Kamera machst, wird neben Deinem Gesicht sehr viel von der Umgebung hinter Dir mit am Bild sein.

Es wird daher manchmal notwendig sein, den Ausschnitt der Bilder im Nachgang etwas zu verändern und zu vergrößern. Aber ich denke, für ein wesentlich besseres Ergebnis ist der Mehraufwand jedenfalls gerechtfertigt.

Der Königsweg für bessere Fotos

Natürlich wirkende Fotos ohne jeglicher Verzerrung bekommst Du mit einem Normalobjektiv oder einem Objektiv mit einer längeren Brennweite. Ein Selfie würde ich für Dein Profilbild jedenfalls nicht empfehlen.

Engagiere doch einem Profi der auf HEADSHOT spezialisiert ist. Das ist ein zeitgemäßes Porträtformat für Dein professionelles Profilbild.

Letzte Artikel